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Selbstversuch Smartphone-Entzug

Es gibt Phasen in meinem Leben, da schalte ich mein Handy aus, leg es irgendwohin, wo ich es nicht sehen kann und erst Tage später habe ich wieder Lust, es einzuschalten.

Ende letzten Jahres hatte ich das Ganze im Selbstversuch auf die Spitze getrieben.
Ich schaltete mein Handy für ganze 5 Wochen aus! Kein Whats App, kein Telefonat, einfach nichts. Die totale private Abschottung.

Zur damaligen Zeit hatte ich viele Energie-Vampire in meinem Privatleben gesammelt und um mich von denen nicht länger aussaugen zu lassen, machte ich den radikalen Selbstversuch. Ich wollte herausfinden, welche Menschen mir tatsächlich fehlen würden und welche Menschen einfach nur in meinem Leben sind, weil es sich irgendwann so eingeschlichen hat. Ich wollte ebenfalls wissen, wie denn der Tag so aussieht, wenn man tatsächlich kein Smartphone an seiner Seite hat und nicht ständig nachsieht ob neue Nachrichten eingetroffen sind oder wie die Welt der anderen gerade aussieht.

Es gab drei spannende Erkenntnisse:

  1. An den ersten Tagen war es, als wäre ich im Wellnessparadies gewesen, ich bemerkte schon, dass ich immer wieder in die Versuchung kam es doch in die Hand zu nehmen, bemerkte allerdings, dass es einfach nur die Macht der Gewohnheit war und ich war erschrocken, wie oft ich den täglich unbewusst zu meinem Telefon greife.
  2. Diese 5 Wochen waren wie ein Urlaub vom Hamsterrad der Gesellschaft. Ich begann mich wieder viel mehr, mit mir selbst zu beschäftigen. Mich zu fragen, was denn ich für mich eigentlich möchte.
    Ich merkte von Tag zu Tag, dass ich ruhiger wurde, klarer wusste, was mir guttut, was mein Körper und meine Seele gerne von mir möchten.
  3. Ich hätte nach den 5 Wochen locker 95% meiner Kontakte löschen können. Die Menschen, die einem wirklich wichtig sind, kann man meist an einer Hand abzählen. Ich war erschrocken darüber, mit wie vielen Menschen ich wöchentlich telefoniere und Kontakt habe und von denen mich die Geschichten und Probleme null interessieren. Anstatt den Wichtigsten diese Zeit zu schenken, verpulvert man seine Energie an jene, die einfach jemanden zum Bauchpinseln brauchen.

In der Realität wieder angekommen, hätte ich es gerne sofort wieder ausgeschaltet und mich wieder in meine friedliche Welt verkrümelt. ;-)

Vielleicht hast ja auch du mal Lust, einen solchen Versuch zu starten und mal zu schauen, was es mit dir so macht.

Alles liebe,
deine Margit

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